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Samstag, den 29. August 2009 um 15:48 Uhr |
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Zu Guttenbergs „industriepolitisches Gesamtkonzept“

Die Union schweigt, dementiert aber nicht. Nachdem das „industriepolitische Gesamt - konzept“ von CSU-Wirtschaftsminister zu Guttenberg an die Öffentlichkeit gelangt ist, versucht die Union, das Papier herunterzuspielen. Dabei wird in dem Papier erstmals deutlich, welche Pläne CDU/CSU, unterstützt von FDP, wirklich verfolgen. Damit stört es allerdings die Schlafwagen-Taktik, mit der sich Angela Merkel durch den Wahlkampf mogeln möchte.
Das sind die Kernelemente des „industriepolitischen Gesamtkonzepts“:
- Arbeitnehmer, Familien, Rentner und Kranke sollen die Lasten der Krise tragen. Spitzenverdiener und Finanzsektor werden geschont –eine Erhöhung des Spitzen - steuersatzes und eine Börsenumsatzsteuer, wie die SPD fordert, wird ausdrücklich abgelehnt.
- Der ermäßigte Steuersatz auf Lebensmittel soll wegfallen –von teureren Lebensmitteln sind vor allem Geringverdiener betroffen.
- Im Gegensatz zu Gutverdienern sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Verzicht üben. Beschäftigte werden zur „Lohnzurückhaltung“ aufgerufen, obwohl die Lohnquote in Deutschland auf einem historischen Tiefstand ist.
- Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen mehr für die Sozialversicherungen zahlen. Die Sozialversicherungsbeiträge sollen von den Lohnkosten „entkoppelt“ werden. Das Prinzip der paritätischen Finanzierung der Sozialversicherung soll immer weiter ausgehöhlt werden.
- Stopp für gerechte Mindestlöhne. Die gesetzlich beschlossenen Verfahren zur Einfüh¬rung von Mindestlöhnen sollen ausgebremst werden.
- Das Arbeitsrecht soll „flexibilisiert“ werden. Das heißt: Aufweichen des Kündigungs¬schutzes, Ausweitung von Leiharbeit, laxere Regeln für die Befristung von Arbeits - verträgen ...
- Städte und Gemeinden sollen finanziell geschwächt werden. Die Bemessungs - grundlage für die kommunale Gewerbesteuer soll verkleinert werden.
Klar, dass nun die gesamte Union mit Kanzlerin und Minister zu dem „industriepolitischen Gesamtkonzept” schweigt – ist doch hier erstmals schwarz auf weiss aufgezeichnet, was die Wählerinnnen und Wähler wirklich von Schwarz-Gelb zu erwarten haben.
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