Der SPD-Stadtverband Bebra setzt sich ein für eine Energiegewinnung aus erneuerbaren Rohstoffen in der Region. So kann die Atmosphäre geschützt werden und so wird Arbeit und Wertschöpfung in unserem Nahbereich möglich. Sie begrüßt deshalb die nachhaltige Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung in Bebra ausdrücklich. Die SPD Bebra stellt aber auch an Techniken zur Erzeugung regenerativer Energien die Anforderung, umweltverträglich und nachhaltig zu sein. Beides muss nach den Erfahrungen der letzten Jahre für Biogasanlagen, die mit Mais oder anderen Energiepflanzen gefahren werden, stark angezweifelt werden.
Der WWF und andere Umweltverbände sehen inzwischen mit Sorge den Zuwachs der Anbaufläche für Mais, die sich in den letzten fünf Jahren wegen der Nutzung als Rohstoff für enerneuerbare Energien verneunfacht hat. Der intensive Anbau von Mais ist wegen des notwendigen umfangreichen Einsatzes von Agrochemie umwelt- und grundwasserschädlich. Auch die positive Klimabilanz dieser Form der Energiegewinnung wird inzwischen wissenschaftlich angezweifelt, weil die Ausweitung des Maisanbaus zum Umbruch von Grünland und damit zur Reduzierung von CO2-Senken führt. Auch für das Landschaftsbild und für die Vielfalt der Tierwelt stellen Maismonokulturen keinen Gewinn dar – einzig Wildschweine profitieren vom zunehmenden Maisanbau.
Die Erzeugung von Biogas wird mit insgesamt bis zu 3.330 Euro pro Hektar subventioniert, die ist fast das Zehnfache der Förderung, die ein Landwirt ansonsten erzielen kann. Effekt ist eine Verdrängung der bäuerlichen Landwirtschaft, die auf die Erzeugung von Nahrungsmitteln ausgerichtet ist. Landwirte, die traditionell Lebensmittel produzieren, leiden unter der zunehmenden Verteuerung der Pachtflächen als Folge der Konkurrenz der Energiepflanzen. Deshalb haben sie kürzlich in Sontra demonstriert.
Aus diesen Gründen melden die Sozialdemokraten in Bebra Bedenken an gegen die kürzlich in der Presse vorgestellten Pläne von Stadtwerken Bebra und EON, eine große Biogasanlage zu errichten. Laut Ankündigung erfordert die Anlagengröße eine Anbaufläche von 600 Hektar für die Erzeugung von Energiepflanzen, die zu einem Drittel aus Mais bestehen sollen.
Die erforderliche Fläche entspricht ziemlich genau der kompletten Fuldaaue zwischen Blankenheim und Rotenburg. Angezweifelt muss angesichts der gegenwärtigen Gewinnmöglichkeiten, dass die Anlage tatsächlich nur zu einem Drittel mit Mais befahren wird.
Der SPD-Stadtverband fordert die Stadtwerke und EON auf, ein technisches Konzept für die geplante Biogasanlage vorzulegen, bei dem auf Biomasse von hochwertigen Ackerflächen komplett verzichtet wird. Ziel muss die Verwertung von Reststoffen wie Gülle, Grünschnitt von Wegrändern und Essensresten sein, um eine bedrohliche Konkurrenz für die Nahrungsmittelproduktion zu vermeiden.